Radiomacher und das neue Audio-Tool VoCo: Gibt es ethische Grenzen für den Einsatz? Welche?

Adobe hat jüngst ein neues Tool vorgestellt, mit dem sich Audiomaterial bearbeiten und verändern lässt. Es heißt VoCo.

Das Programm braucht nach Angaben von Adobe 20 Minuten Stimmmaterial. Dann kann VoCo beliebige Texte mit dieser Stimme sprechen. Auch im Radio könnte es künftig zum Einsatz kommen. Aber soll es auch?

Diese Umfrage stellt Szenarien vor und fragt: Was davon ist ethisch vertretbar? Was nicht? Was könnte wie auf HörerInnen wirken?

Wichtig:
Es geht darum, zu klären, ob die Methoden journalistisch und mit Blick auf HörerInnen ethisch vertretbar ist.

Alle Beispiele gehen davon aus, dass die, deren Stimme da via VoCo genutzt wird, dem zugestimmt haben.

Eine Umfrage von Sandra Müller, radio-machen.de

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"Radio NEU" braucht oft Statements von der Kanzlerin. Wenn sie unterwegs ist, lässt der Sender ihre schriftlichen Statements von #VoCo in ihrer Stimme lesen.
Bei "Radio NEU" liest eine VoCo-Stimme die Nachrichten. Eine Redakteurin tippt, was sie zu sagen hat.
Bei "Radio NEU" sprechen Reporter ihre Beiträge nicht mehr selbst. Sie liefern nur Manuskripte und Texte ab. Die Redaktion vertont sie mit der hinterlegten VoCo-Stimme der jeweiligen Reporter.
Eine Radioreporterin ist erkältet. Sie lässt VoCo den Beitrag mit ihrer Stimme einsprechen.
Max Mustermann ist bei "Radio Regional" bekannt als "Bodenseereporter". Wenn rund um den Bodensee Interessantes passiert, er aber nicht im Haus ist, erstellt die Redaktion den Beitrag mit seiner VoCo-Stimme.
Im Radio läuft ein Beitrag über den früheren Bundeskanzler Konrad Adenauer. Man hört ihn seine eigenen Briefe vorlesen. Der Sender hat die Zitate von VoCo in Adenauers Stimme lesen lassen.
Die Station Voice bei "Radio NEU" kommt jetzt von VoCo, also alle Jingles und Trailer zum Beispiel. Der Sender hat dem Kollegen, der das früher gemacht hat, seine Stimme abgekauft.
Der Moderator von "Radio NEU" hat Justin Bieber um ein Interview gebeten. Das Management bat um Interviewfragen per Mail und schickte auch die Antworten per Mail. Der Sender vertont die Antworten mit Biebers VoCo-Stimme und sendet sie als Interview.
"Radio NEU" plant einen Radiobeitrag über den Abgasskandal bei VW. Der Reporter hat keinen Interviewtermin bei VW-Chef Müller bekommen, aber fertige Audio-Statetments. Sie könnten mit VoCo erstellt sein. Der Reporter benutzt sie in seinem Beitrag.
Bei "Radio NEU" machen Reporter keine Umfragen mehr auf der Straße. Stattdessen lässt der Sender Facebook-Kommentare von verschiedenen VoCo-Stimmen sprechen.
"Radio NEU" hat die Stimme von Til Schweiger gekauft. Via VoCo liest er jetzt die Wetterberichte.
Was denken Sie grundsätzlich über den Einsatz von VoCo im Radio? Gute Idee? Blöde Idee? Warum?
Was denken Sie: Sollten Radiomacher sich selbst Regeln geben für den Umgang mit VoCo? Welche?
Danke.

Schön, dass Sie an der Umfrage teilgenommen haben.

Mehr zum Thema Radio und wie es glaubwürdig bleibt, finden Sie auf meiner Homepage radio-machen.de und bei fair-radio.net.

Mehr über VoCo und wie sich das Radio und die Arbeit von RadiomacherInnen dadurch verändern könnten, lesen Sie hier

Das Ergebnis der Umfrage erscheint voraussichtlich Ende 2016 auf radio-machen.de.

Wenn Sie noch Fragen oder Anmerkungen zur Umfrage haben, lassen Sie es mich wissen.

Mit freundlichen Grüßen

Sandra Müller
Hörfunkerin, Bloggerin, Autorin

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